
Störungsanalyse per 7. Sinn
Das Gas-/Dampfturbinen-Kraftwerk in Budong, im Süden Koreas, ahnt auftretende Störungen bis zu einer Stunde im Voraus und gibt Hinweise, wie diese vermieden werden können. Möglich macht dies die Nachrüstung mit einer Diagnose- und Simulationssoftware, die auf Grund aktueller Messdaten Alarme und Abschaltvorgänge voraussagt.
Diversität ist ein in der Sicherheitstechnik bewährtes Konzept: Neben dem eigentlichen Automatisierungssystem wird ein zweites, funktionell jedoch anders strukturiertes Kontrollsystem aufgebaut, welches das erste überwacht, kontrolliert und bei Fehlern korrigierend eingreift, um negative Auswirkungen zu vermeiden. Dieses Konzept griff infoteam Software in Zusammenarbeit mit seinem koreanischen Partner BNF Breakthrough and Fusion auf und setzte es in einer Software-Architektur zur Überwachung und Kontrolle komplexer Anlagen um.
Die Software-Architektur sollte die Funktionalität eines vollständigen Distributed Control System (DCS) auf einem einzigen Server emulieren. Der versuchte Einsatz kommerziell verfügbarer Produkte scheiterte dabei allerdings schon in der Erprobungsphase. Chefingenieur Jong-Hun Lee von Korea South East Power: „Wir sind mit allen Produkten gescheitert. Es dauerte viel zu lange, die Ursache einer Störung zu ermitteln, so dass es für Gegenmaßnahmen meist zu spät war. Es war auch unmöglich, die internen Zustände der Steuerungslogik nachzuvollziehen, so dass Softwarefehler damit überhaupt nicht erkannt werden konnten. Es kristallisierte sich heraus, dass nicht nur die Verwendung von Multi-Core Core-PCs mit RAID-Architektur, sondern vor allem auch betriebsbewährte und extrem leistungsfähige Software zum Einsatz kommen musste.
erschienen in Computer & Automation, Ausgabe 10/2007
Der komplette Anwenderbericht steht Ihnen hier als PDF zum Download zur Verfügung.